Wissen · Steuern & Finanzen

Elterngeld und Mutterschutz für Influencerinnen.

Als Angestellte ist die Babypause gut geregelt. Als selbstständige Creatorin musst du selbst vorsorgen. Die gute Nachricht: Elterngeld bekommst du trotzdem, und mit etwas Planung fällt es deutlich höher aus.

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300 bis 1.800 €

Basiselterngeld im Monat, meist 65 % des Elterngeld-Nettos

32 Std.

So viel darfst du pro Woche weiterarbeiten

175.000 €

Einkommensgrenze beider Eltern zusammen (zu versteuerndes Einkommen)

Welches Jahr zählt.

Bei Angestellten zählen die zwölf Monate vor der Geburt. Bei Selbstständigen zählt das letzte abgeschlossene Steuerjahr vor der Geburt. Kommt dein Kind 2027 zur Welt, ist das in der Regel dein Gewinn aus 2026. Hast du neben der Selbstständigkeit ein Gehalt, zählt auch dafür dieses Steuerjahr.

Das hat eine wichtige Folge: Dein Elterngeld steht schon fest, bevor du schwanger bist. Ein schwaches Jahr vor der Geburt drückt dein Elterngeld für die gesamte Bezugszeit. Ein starkes Jahr hebt es. In bestimmten Fällen, etwa wenn du in diesem Jahr Elterngeld für ein älteres Kind bekommen hast, kannst du auf Antrag ein früheres Jahr nehmen.

So wird gerechnet.

Ausgangspunkt ist dein Gewinn laut Steuerbescheid, auf den Monat umgerechnet. Davon zieht die Elterngeldstelle pauschal Steuern und, falls du pflichtversichert bist, Sozialabgaben ab. Vom Ergebnis, dem Elterngeld-Netto, bekommst du in der Regel 65 Prozent, bei niedrigem Einkommen etwas mehr.

Die Einkommensgrenze: Für Geburten seit dem 1. April 2025 gibt es kein Elterngeld, wenn das zu versteuernde Einkommen beider Eltern zusammen mehr als 175.000 Euro beträgt. Gerade bei erfolgreichen Creator-Paaren ist das kein theoretischer Fall.

Weiterarbeiten: erlaubt, aber es wird angerechnet.

Du darfst während des Elterngelds bis zu 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt arbeiten. Was du in dieser Zeit verdienst, wird angerechnet. Dein Elterngeld berechnet sich dann aus der Differenz zwischen dem Einkommen vor und nach der Geburt.

Ein Beispiel: Dein Elterngeld-Netto vor der Geburt liegt über 2.770 Euro. Nach der Geburt verdienst du mit einer Story-Kooperation pro Monat umgerechnet 1.000 Euro Elterngeld-Netto. Dann bekommst du 65 Prozent von 1.770 Euro, also rund 1.150 Euro Basiselterngeld statt 1.800 Euro. ElterngeldPlus ist auf die Hälfte des Basiselterngelds ohne Einkommen gedeckelt, hier also 900 Euro. Die rechnerischen 1.150 Euro liegen darüber, du bekommst die vollen 900 Euro, und das doppelt so lange. Dein Nebenverdienst kostet dich beim ElterngeldPlus dann nichts.

Wichtig für Selbstständige: Für die Monate nach der Geburt zieht die Elterngeldstelle von deinen Einnahmen pauschal 25 Prozent Betriebsausgaben ab, auf Antrag die tatsächlichen. Weil das Einkommen erst später feststeht, wird oft vorläufig gezahlt und am Ende nachgerechnet. Plane eine mögliche Rückzahlung ein.

Was du der Elterngeldstelle schicken musst.

Schätze vorsichtig. Wer zu niedrig schätzt, zahlt später zurück.

Mutterschutz: Für Selbstständige gibt es (noch) keinen.

Angestellte haben sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt Mutterschutz mit vollem Lohnersatz. Für Selbstständige gibt es das Stand Oktober 2026 nicht. Die Bundesregierung hat einen Mutterschutz für Selbstständige angekündigt, einen Gesetzentwurf aber noch nicht vorgelegt. Der bisher bekannte Entwurf zur Elterngeldreform enthält dazu nach Berichten keine Regelung.

Was es heute gibt:

Unser Rat: Wer eine Familie plant, sollte das Krankengeld schon Jahre vorher absichern. Wie das geht, steht unter Krankenversicherung für Influencer.

Ausblick: Die Elterngeldreform.

Das Familienministerium plant eine Elterngeldreform. Ein Entwurf ist seit Juli 2026 in der Abstimmung innerhalb der Regierung. Berichtet wird unter anderem über höhere Mindest- und Höchstbeträge und eine neue Aufteilung der Bezugsmonate, zuletzt auch über Änderungen am ursprünglichen Entwurf. Beschlossen ist noch nichts, und ab wann neue Regeln gelten, steht nicht fest. Bis dahin gilt alles oben Beschriebene.

Kooperationen vor und nach der Geburt planen.

Unsere Erfahrung aus über 2.500 Kooperationen: Schwangerschaft und Baby sind für viele Brands kein Grund abzusagen, sondern ein Grund zu buchen. Gerade im Family-Bereich liegen die Honorare im Schnitt höher als im reinen Lifestyle. Mehr dazu unter Management für Family Creator. Damit das zu deinem Elterngeld passt, planen wir so:

Typischer FehlerBesser
Jahr vor der GeburtDeals ins nächste Jahr schiebenStarkes Steuerjahr vor der Geburt, das hebt dein Elterngeld
Letzte WochenDrehtermine bis kurz vor dem TerminContent vorproduzieren, Postingtermine fest im Vertrag
Elterngeld-MonateJeden Deal annehmenWenige, gut bezahlte Deals, Stunden und Zahlungseingänge im Blick
NutzungsrechteBaby-Content ohne Grenzen freigebenDauer und Kanäle eng begrenzen, besonders bei Bildern des Kindes

Wir bei Mediafive sehen das so: Die Babypause ist kein Karriereknick, wenn sie geplant ist. Wer im Jahr vor der Geburt gut verdient und in den Elterngeld-Monaten bewusst weniger, aber besser bezahlte Kooperationen macht, steht am Ende besser da als mit jedem spontanen Deal. Wann ein Honorar steuerlich zufließt, besprichst du am besten vorher mit deinem Steuerberater. Und wenn dein Kind im Content auftaucht, lies vorher Kinder in Kooperationen und Nutzungsrechte & Ads.

Wir halten deinen Kanal am Laufen.

Bei Mediafive pitchen wir dich jeden Tag bei Brands, verhandeln Honorar und Nutzungsrechte und legen Postingtermine so, dass sie zu deiner Elternzeit passen. Den Stand siehst du jederzeit in der Mediafive App, auch vom Wochenbett aus.

Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Beratung zur Sozialversicherung. Regeln ändern sich und jeder Fall ist anders. Kläre deine konkrete Situation bitte mit einer Fachperson.

Du bist Journalist:in und suchst eine Expertenstimme zu diesem Thema? Interviews mit Mediafive CEO Andreas Ongemach

Häufige Fragen.

Wie wird Elterngeld bei selbstständigen Influencerinnen berechnet?

Grundlage ist der Gewinn aus dem letzten abgeschlossenen Steuerjahr vor der Geburt, in der Regel laut Steuerbescheid. Davon werden pauschal Steuern und gegebenenfalls Sozialabgaben abgezogen. Vom Ergebnis gibt es meist 65 Prozent, mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro Basiselterngeld im Monat.

Darf ich während des Elterngelds weiter Kooperationen machen?

Ja, bis zu 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt. Das Einkommen aus diesen Monaten wird aber angerechnet, dein Elterngeld sinkt also. Wer weiterarbeitet, fährt mit ElterngeldPlus oft besser.

Gibt es Mutterschutz für Selbstständige?

Einen gesetzlichen Mutterschutz mit Lohnersatz wie bei Angestellten gibt es für Selbstständige Stand Oktober 2026 nicht. Die Bundesregierung hat ihn angekündigt, ein Gesetzentwurf liegt aber noch nicht vor. Mutterschaftsgeld bekommst du nur, wenn du gesetzlich versichert bist und Anspruch auf Krankengeld hast.

Gibt es eine Einkommensgrenze beim Elterngeld?

Ja. Für Geburten seit dem 1. April 2025 entfällt der Anspruch, wenn das zu versteuernde Einkommen der Eltern zusammen im letzten Steuerjahr vor der Geburt mehr als 175.000 Euro beträgt. Das gilt auch für Alleinerziehende.

Welches Jahr zählt beim Elterngeld für Selbstständige?

Das letzte abgeschlossene Steuerjahr vor der Geburt. Kommt dein Kind im Juni 2027, ist das in der Regel das Jahr 2026. Hast du zusätzlich ein Gehalt, gilt dieses Steuerjahr auch für das Gehalt.

Wir holen die Deals zu dir.

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