Wissen · Recht
Gewinnspiele auf Instagram.
Ein Giveaway bringt Reichweite, Kommentare und neue Follower. Es bringt aber auch Pflichten: Teilnahmebedingungen, Meta-Regeln, Kennzeichnung und Datenschutz. Hier ist, was wirklich gilt und was du dir sparen kannst.
Du willst mehr Brand-Deals? Bewirb dich bei Mediafive§ 6 DDG
Gewinnspiele mit Werbecharakter: klar erkennbar, Bedingungen leicht zugänglich
2 Sätze
Freistellung und Hinweis, dass Instagram nicht beteiligt ist, verlangt Meta
0 €
Teilnahmegebühr, damit aus dem Gewinnspiel kein Glücksspiel wird
Gewinnspiel ist nicht Glücksspiel.
Viele Creator haben Angst, mit einer Verlosung versehentlich ein illegales Glücksspiel zu veranstalten. Die Sorge ist meist unbegründet. Ein Glücksspiel liegt nach § 3 Abs. 1 GlüStV 2021 nur vor, wenn für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Liken, Kommentieren, Folgen oder Markieren eines Freundes ist kein Entgelt.
Kritisch wird es, sobald die Teilnahme Geld kostet: eine Teilnahmegebühr, ein kostenpflichtiges Abo oder „Nur wer bestellt, kommt in den Lostopf“. Unser Rat: Mach die Teilnahme immer kostenlos und ohne Kaufpflicht. Das ist rechtlich sauber und bringt ohnehin mehr Teilnehmende. Wenn du für Sportwetten oder Casinos wirbst, gelten eigene Regeln, die stehen unter Glücksspielwerbung als Creator.
Das verlangt Meta.
Die offiziellen Richtlinien für Promotions im Instagram-Hilfebereich sind kurz. Wer ein Gewinnspiel auf Instagram veranstaltet, ist selbst für den ordnungsgemäßen Ablauf verantwortlich, also für offizielle Regeln, Teilnahmevoraussetzungen wie Alter und Wohnsitz und die Einhaltung der geltenden Gesetze. Dazu kommen drei konkrete Vorgaben:
- Freistellung: Jede teilnehmende Person stellt Instagram vollständig frei.
- Hinweis: Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Instagram und wird von Instagram weder gesponsert noch unterstützt oder organisiert.
- Keine falschen Markierungen: Du darfst niemanden dazu bringen, sich oder andere auf Bildern zu markieren, auf denen sie nicht zu sehen sind.
„Markiere zwei Freunde in den Kommentaren“ ist damit nicht verboten, denn das ist keine Markierung im Bild. „Markiere dich auf dem Foto“, obwohl du nicht drauf bist, dagegen schon. Die beiden Pflichtsätze gehören in die Teilnahmebedingungen, gerne auch kurz in die Caption.
Teilnahmebedingungen, die wirklich reichen.
Gewinnspiele mit Werbecharakter müssen nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 DDG klar als solche erkennbar sein, und die Teilnahmebedingungen müssen leicht zugänglich sowie klar und unzweideutig angegeben werden. In der Praxis heißt das: Kurzfassung in die Caption, vollständige Fassung per Link in der Bio oder auf deiner Website. Rein müssen:
- Wer veranstaltet, mit Name und Anschrift, bei Brand-Gewinnspielen auch die Brand
- Start und Ende, mit Datum und Uhrzeit
- Wie man teilnimmt und wie oft
- Wer teilnehmen darf: Mindestalter, Länder, Ausschluss von Mitarbeitenden der Brand
- Was es zu gewinnen gibt, möglichst mit Wert, und dass keine Barauszahlung erfolgt
- Wie ausgelost und wie benachrichtigt wird, und bis wann sich Gewinner melden müssen
- Datenschutzhinweise: welche Daten, wofür, an wen, wie lange
- Die Freistellung von Instagram und den Hinweis, dass Instagram nicht beteiligt ist
Unsere Erfahrung aus über 2.500 Kooperationen: Der häufigste Streit entsteht nicht vor Gericht, sondern in den Kommentaren. „Ich hab doch mitgemacht“, „Gewinner ist ein Fake-Account“. Eine klare Frist zur Rückmeldung und eine saubere Regel zum Ausschluss von Fake- und Gewinnspiel-Accounts sparen dir viel Ärger.
| Riskant | Sicher | |
|---|---|---|
| Teilnahme | „Kauf ein Produkt und du bist dabei“ | Kostenlos, ohne Kaufpflicht |
| Markieren | „Markiere dich auf dem Bild“ | „Markiere einen Freund im Kommentar“ |
| Bedingungen | Nur „Viel Glück!“ in der Caption | Kurzfassung in der Caption, Langfassung per Link |
| Brand-Preis | Keine Kennzeichnung | „Werbung“ oder „Anzeige“ am Anfang |
| Gewinnerdaten | Adresse per DM, ohne Hinweis an die Brand weitergeleitet | Weitergabe in den Datenschutzhinweisen erklärt |
Brand stellt den Preis: Das ist Werbung.
Stellt eine Brand den Preis, bezahlt sie dich für das Gewinnspiel oder bekommst du das Produkt selbst gratis dazu, ist der Beitrag Werbung. Dann gilt alles aus Werbung richtig kennzeichnen: „Werbung“ oder „Anzeige“ ganz vorne in der Caption und im Bild, bei Stories auf jeder Story. Ein „In Kooperation mit“ irgendwo im Text reicht nicht.
Wir bei Mediafive sehen das so: Ein Gewinnspiel ist eine eigene Leistung und gehört ins Angebot, nicht als Gratis-Zugabe obendrauf. Die Brand bekommt Interaktionen, Follower und oft auch Daten. Wenn eine Brand ein Gewinnspiel „noch schnell mit dazu“ haben will, verhandeln wir das für unsere Talents genauso wie jede andere Leistung. Was Content sonst kostet, steht unter Was verdienen Influencer?
Datenschutz bei Gewinnerdaten.
Sobald du Namen, Adressen oder E-Mail-Adressen sammelst, gilt die DSGVO. Für die Abwicklung des Gewinns brauchst du keine extra Einwilligung, die Verarbeitung ist zur Erfüllung des Gewinnspiels erforderlich (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO). Du musst aber informieren (Art. 13 DSGVO) und solltest dich an drei Regeln halten:
- Nur das Nötige: Für ein Paket brauchst du Name und Lieferadresse, nicht Geburtsdatum und Telefonnummer.
- Weitergabe offenlegen: Verschickt die Brand den Preis, steht in den Teilnahmebedingungen, dass die Adresse dafür an sie geht.
- Löschen: Nach dem Versand werden die Daten gelöscht, soweit keine Aufbewahrungspflicht besteht.
Ob du die Teilnahme an eine Newsletter-Einwilligung koppeln darfst, ist rechtlich umstritten. Unser Rat: Lass es. Gewinner veröffentlichst du am besten nur mit Username und nur, wenn das vorher in den Bedingungen steht.
Achtung vor Fake-Gewinnbenachrichtigungen.
Kaum ist ein Giveaway online, schreiben Fake-Accounts mit deinem Namen und Profilbild deine Follower an: „Du hast gewonnen, klick hier.“ Schreib in die Caption, dass du Gewinner nur von deinem verifizierten Account kontaktierst und nie nach Zahlungsdaten fragst. Mehr zu typischen Maschen unter Fake-Kooperationsanfragen erkennen.
Jugendschutz.
Instagram ist ab 13 Jahren, deine Teilnehmenden können also minderjährig sein. Für normale Preise wie Kosmetik oder Kopfhörer ist das in der Regel kein Problem. Bei Alkohol, Tabak- und Nikotinprodukten oder Spielen ohne passende Altersfreigabe setzt du ein Mindestalter von 18 Jahren fest und lässt dir das Alter vor der Übergabe bestätigen. Für Werbung mit Kindern im Bild gelten eigene Regeln, mehr dazu unter Kinder in Kooperationen.
Steuern, kurz und knapp.
Für Gewinner sind Preise aus reinen Zufallsverlosungen in der Regel steuerfrei, weil sie unter keine Einkunftsart fallen. Für dich als Creator ist die Frage eine andere: Bekommst du von der Brand zusätzlich zum Preis ein Produkt oder ein Honorar, ist das eine Einnahme. Wie du PR-Produkte behandelst, steht unter PR-Pakete & Geschenke versteuern. Im Zweifel klärst du Details mit deiner Steuerberatung.
Unser Standard bei Brand-Gewinnspielen.
Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Regeln ändern sich und jeder Fall ist anders. Kläre deine konkrete Situation bitte mit einer Fachperson.
Du bist Journalist:in und suchst eine Expertenstimme zu diesem Thema? Interviews mit Mediafive CEO Andreas Ongemach
Häufige Fragen.
Brauche ich für ein Instagram-Gewinnspiel Teilnahmebedingungen?
Ja. Gewinnspiele mit Werbecharakter müssen nach § 6 DDG als solche erkennbar sein, und die Teilnahmebedingungen müssen leicht zugänglich, klar und unzweideutig sein. Auch Meta verlangt, dass du offizielle Regeln nennst. Kurzfassung in der Caption, vollständige Fassung per Link.
Ist ein Instagram-Gewinnspiel Glücksspiel?
In der Regel nicht. Glücksspiel setzt nach § 3 GlüStV 2021 voraus, dass für die Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird. Liken, Kommentieren oder Folgen ist kein Entgelt. Kostet die Teilnahme Geld, sieht das anders aus.
Muss ich ein Gewinnspiel als Werbung kennzeichnen?
Wenn eine Brand den Preis stellt oder dich für das Gewinnspiel bezahlt, ja. Dann ist der Beitrag Werbung und bekommt „Werbung“ oder „Anzeige“, gut sichtbar am Anfang. Verlost du etwas selbst Gekauftes ohne Gegenleistung, ist das meist Eigenwerbung für deinen Account, aber kein Fall für „Anzeige“.
Dürfen Minderjährige an meinem Gewinnspiel teilnehmen?
Grundsätzlich ja, Instagram selbst ist ab 13. Bei Preisen wie Alkohol, Tabakprodukten oder Spielen ohne Jugendfreigabe legst du in den Teilnahmebedingungen ein Mindestalter von 18 fest und prüfst das Alter vor der Übergabe.
Müssen Gewinner ihren Gewinn versteuern?
Gewinne aus reinen Zufallsverlosungen sind für Teilnehmende in der Regel nicht einkommensteuerpflichtig, weil sie unter keine Einkunftsart fallen. Anders kann es sein, wenn der Gewinn die Gegenleistung für eine eigene Leistung ist.
Wir holen die Deals zu dir.
Erzähl uns kurz von dir. Einer von uns meldet sich persönlich bei dir.
Jetzt bewerbenWeiterlesen
Werbung richtig kennzeichnen
Anzeige, PR-Samples, Affiliate-Links und eigene Produkte
LesenMusik in Reels & TikToks
Was bei Werbung erlaubt ist und was nicht
LesenImpressum für Influencer
Pflicht, Inhalt und ohne Privatadresse
LesenNutzungsrechte & Ads
Wenn die Brand deinen Content bewerben will
LesenInfluencer-Vertrag: Checkliste
Worauf du vor der Unterschrift achten musst
LesenBußgeld wegen Schleichwerbung
Aktuelle Fälle und was Creator daraus lernen
Lesen