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Krankenversicherung für Influencer.

Als Angestellte zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte. Als selbstständige Creatorin zahlst du alles selbst, und zwar auch dann, wenn du kaum Gewinn machst. Hier sind deine Optionen und was sie 2026 kosten.

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~270 €

Mindestbeitrag im Monat, gesetzlich freiwillig, mit Kind

2,9 %

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2026, deine Kasse kann abweichen

565 €

Einkommensgrenze für die Familienversicherung im Monat

Die vier Wege.

  1. Familienversichert über Eltern oder Ehepartner, solange du wenig verdienst.
  2. Gesetzlich freiwillig versichert, der Standard für die meisten Selbstständigen.
  3. Privat versichert, mit Beiträgen nach Alter und Gesundheit statt nach Einkommen.
  4. Über die Künstlersozialkasse, wenn du aufgenommen wirst. Dann zahlst du nur etwa die Hälfte.

Bist du noch angestellt und machst Content nebenbei, bleibt es bei deiner Versicherung über den Job. Was dabei gilt, steht unter Nebenberuflich Influencer.

Familienversicherung: Die Grenze liegt bei 565 Euro.

Familienversichert bleibst du 2026 nur, wenn dein Gesamteinkommen höchstens 565 Euro im Monat beträgt. Bei Creator-Einnahmen ist das der Gewinn, also Einnahmen minus Betriebsausgaben. Außerdem darfst du nicht hauptberuflich selbstständig sein. Wächst dein Kanal, meldet die Krankenkasse sich oft erst Monate später, dann aber rückwirkend. Sag ihr lieber selbst rechtzeitig Bescheid.

Gesetzlich freiwillig: Beiträge nach Gewinn.

In der gesetzlichen Kasse zahlst du als Selbstständige auf deine gesamten Einnahmen zum Lebensunterhalt, vor allem deinen Gewinn. Die Sätze 2026:

Nach unten gibt es eine Mindestgrenze: Die Kasse rechnet 2026 mit mindestens 1.318,33 Euro im Monat, auch wenn dein Gewinn niedriger ist. Nach oben ist bei 5.812,50 Euro im Monat Schluss.

Mit KindKinderlos
Mindestbeitrag (1.318,33 € Einkommen)rund 270 €rund 278 €
4.000 € Gewinn im Monatrund 820 €rund 844 €
Höchstbeitrag (ab 5.812,50 €)rund 1.192 €rund 1.226 €

Gerechnet ohne Krankengeld mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent. Die Kasse setzt deinen Beitrag zunächst vorläufig nach dem letzten Steuerbescheid fest. Liegt der Bescheid für das Jahr vor, wird endgültig abgerechnet. Nach einem starken Jahr kommt dann eine Nachzahlung. Unser Rat: Leg sie zurück, sobald das Geld der Brand eingeht, nicht erst, wenn der Brief der Kasse kommt.

Krankengeld: Wählen, nicht vergessen.

Als hauptberuflich Selbstständige hast du in der gesetzlichen Kasse keinen automatischen Anspruch auf Krankengeld. Du bekommst ihn nur mit einer Wahlerklärung. Dann zahlst du 14,6 statt 14,0 Prozent und erhältst Krankengeld in der Regel ab der siebten Woche einer Arbeitsunfähigkeit. An die Wahl bist du drei Jahre gebunden. Viele Kassen bieten zusätzlich Wahltarife an, etwa mit früherem Beginn.

Für 2027 sind strengere Fristen für diese Wahl im Gespräch. Frag deine Kasse deshalb gleich zu Beginn der Selbstständigkeit, bis wann du dich entscheiden musst.

Wir bei Mediafive sehen das so: Krankengeld ist für Creator wichtiger, als die meisten denken. Fällst du sechs Wochen aus, platzen Drehtermine, und vereinbarte Honorare werden verschoben oder fallen weg. Gerade wer eine Familie plant, sollte das Krankengeld wählen. Nur dann gibt es in der gesetzlichen Kasse auch Mutterschaftsgeld. Mehr dazu unter Elterngeld und Mutterschutz für Influencerinnen.

Privat: Günstig am Anfang, teuer beim Zurück.

Als Selbstständige kannst du dich unabhängig vom Einkommen privat versichern. Der Beitrag richtet sich nach Alter, Gesundheit und Tarif, nicht nach deinem Gewinn. Für junge, gesunde Creator mit hohem Einkommen ist das oft günstiger. Dagegen spricht: Kinder brauchen oft eigene Verträge, Beiträge steigen im Alter, und in schwachen Jahren zahlst du trotzdem voll. Der Weg zurück in die gesetzliche Kasse ist schwierig und ab 55 in der Regel versperrt.

Unser Rat: Entscheide das nicht nach einem einzigen guten Jahr. Creator-Einkommen schwankt stärker als ein Gehalt. Eine Versicherung, die nur im besten Jahr bezahlbar wirkt, ist die falsche.

Vom Job in die Selbstständigkeit.

Kündigst du deinen Job, um Vollzeit-Creatorin zu werden, endet deine Pflichtversicherung. Die Kasse führt dich in der Regel automatisch als freiwilliges Mitglied weiter, wenn du nicht widersprichst und keine andere Absicherung nachweist. Melde ihr deine Selbstständigkeit trotzdem sofort und reiche deine Gewinnschätzung ein. Und entscheide in diesem Moment über das Krankengeld, statt es auf später zu verschieben.

Drei typische Fehler.

  1. Zu lange familienversichert. Der Kanal wächst, die Meldung an die Kasse bleibt aus. Später kommen Beiträge rückwirkend, oft für viele Monate auf einmal.
  2. Krankengeld vergessen. Der ermäßigte Satz spart 0,6 Prozentpunkte. Im Ernstfall fehlt dafür das Einkommen für Wochen oder Monate.
  3. Keine Rücklage für die Nachberechnung. Die endgültigen Beiträge kommen mit dem Steuerbescheid, also oft ein bis zwei Jahre später. Sinkt dein Gewinn dagegen deutlich, kannst du bei der Kasse fragen, ob sie deine vorläufigen Beiträge senkt.

Künstlersozialkasse: Die halbe Rechnung.

Wirst du in die Künstlersozialkasse aufgenommen, zahlst du nur etwa die Hälfte der Beiträge, den Rest tragen Bund und Künstlersozialabgabe. Bei 4.000 Euro Gewinn im Monat sind das mehrere hundert Euro weniger, jeden Monat. Die KSK prüft aber genau, ob du künstlerisch oder publizistisch arbeitest. Wie du die Chancen erhöhst, steht unter Künstlersozialkasse für Influencer. Und was bei der Rente auf dich zukommen kann, unter Rentenpflicht für Selbstständige.

Planbare Honorare, planbare Beiträge.

Bei Mediafive verhandeln wir Honorare, stellen die Rechnungen und haken bei offenen Zahlungen nach. Du siehst in der Mediafive App, welches Geld wann kommt, und kannst Rücklagen für Kasse und Finanzamt früh einplanen.

Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Beratung zur Sozialversicherung. Regeln ändern sich und jeder Fall ist anders. Kläre deine konkrete Situation bitte mit einer Fachperson.

Du bist Journalist:in und suchst eine Expertenstimme zu diesem Thema? Interviews mit Mediafive CEO Andreas Ongemach

Häufige Fragen.

Wie viel Krankenversicherung zahlen selbstständige Influencer?

Gesetzlich freiwillig versichert zahlst du 2026 auf deinen Gewinn rund 16,9 Prozent Krankenversicherung (bei durchschnittlichem Zusatzbeitrag) plus 3,6 Prozent Pflegeversicherung, kinderlos 4,2 Prozent. Der Mindestbeitrag liegt bei rund 270 Euro im Monat, der Höchstbeitrag bei rund 1.190 Euro.

Was ist der Mindestbeitrag für Selbstständige 2026?

Die Krankenkasse rechnet mindestens mit 1.318,33 Euro Einkommen im Monat, auch wenn du weniger verdienst. Daraus ergeben sich mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag rund 223 Euro Kranken- und rund 47 Euro Pflegeversicherung, kinderlos rund 55 Euro.

Kann ich als Influencerin in der Familienversicherung bleiben?

Ja, solange dein Gesamteinkommen 2026 höchstens 565 Euro im Monat beträgt und du nicht hauptberuflich selbstständig bist. Bei Selbstständigen zählt der Gewinn. Darüber endet die Familienversicherung.

Gesetzlich oder privat: Was ist besser für Influencer?

Das hängt von Alter, Gesundheit, Familienplanung und Einkommen ab. Privat ist für junge, gesunde Gutverdiener oft günstiger, die Beiträge hängen aber nicht vom Einkommen ab und steigen im Alter. Der Weg zurück in die gesetzliche Kasse ist schwer und ab 55 fast unmöglich.

Bekomme ich als Selbstständige Krankengeld?

Nur, wenn du es wählst. In der gesetzlichen Kasse gibst du dafür eine Wahlerklärung ab und zahlst den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 statt 14,0 Prozent. Dann gibt es Krankengeld ab der siebten Woche. Alternativ bieten die Kassen Wahltarife an.

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