Wissen · Steuern & Finanzen
Steuerberater für Influencer.
Was er kostet, ab wann er sich rechnet und woran du einen erkennst, der Creator versteht. Mit einem Rechenbeispiel nach der Gebührenordnung.
Du willst mehr Brand-Deals? Bewirb dich bei MediafiveAb wann sich ein Steuerberater lohnt.
Am Anfang, mit ein paar Barter-Deals und einer überschaubaren Steuererklärung, schaffen viele Creator es allein. Kritisch wird es, sobald einer dieser Punkte zutrifft:
- Du hast regelmäßig bezahlte Deals und deine Einnahmen steigen schnell.
- Du kommst in die Nähe der Kleinunternehmergrenze von 25.000 Euro oder planst, freiwillig darauf zu verzichten.
- Du arbeitest mit Brands im EU-Ausland und brauchst Reverse Charge und Zusammenfassende Meldung.
- Dein Gewinn liegt über 24.500 Euro, damit fällt Gewerbesteuer an.
- Du bekommst Reisen, PR-Pakete oder Produkte als Bezahlung.
Wir bei Mediafive sehen das so: Der Steuerberater kommt zu spät, nicht zu früh. Die teuersten Fehler sehen wir bei Creatorn, die nach einem starken Jahr den ersten Steuerbescheid öffnen und dann erst merken, dass Nachzahlung und Vorauszahlungen gleichzeitig fällig sind. Wie du das vermeidest, steht unter Wie viel Steuern zurücklegen?
Wichtig: Ein Lohnsteuerhilfeverein ist für dich in der Regel keine Alternative. Hast du Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder umsatzsteuerpflichtige Umsätze, darf er dir grundsätzlich gar nicht helfen, und Influencer gelten bei den Finanzämtern meist als gewerblich.
Was ein Steuerberater kostet.
Die Grundlage ist die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), zuletzt zum 1. Juli 2025 angehoben. Für jede Leistung gibt es einen Gebührenrahmen in Zehnteln einer vollen Gebühr. Welche volle Gebühr gilt, richtet sich nach dem Gegenstandswert und der passenden Tabelle. Innerhalb des Rahmens bestimmt der Berater die Gebühr nach Umfang, Schwierigkeit und Bedeutung der Sache.
- Gewinnermittlung (EÜR): 5 bis 30 Zehntel nach Tabelle B. Gegenstandswert ist der höhere Betrag aus Einnahmen oder Ausgaben, mindestens 17.500 Euro (§ 25 StBVV).
- Einkommensteuererklärung: 1 bis 6 Zehntel nach Tabelle A. Gegenstandswert ist die Summe der positiven Einkünfte, mindestens 8.000 Euro (§ 24 StBVV).
- Gewerbesteuererklärung: 1 bis 6 Zehntel nach Tabelle A, Gegenstandswert ist der Gewerbeertrag, mindestens 8.000 Euro.
- Umsatzsteuer-Jahreserklärung: 1 bis 8 Zehntel nach Tabelle A, Gegenstandswert sind 10 % der Umsätze, mindestens 8.000 Euro. Jede Voranmeldung kostet zusätzlich.
Rechenbeispiel: 80.000 Euro Umsatz.
Du bist regelbesteuert, hast 80.000 Euro Umsatz netto, 20.000 Euro Ausgaben und damit 60.000 Euro Gewinn. Keine weiteren Einkünfte. So sieht der Rahmen nach StBVV aus, jeweils netto:
| Spanne nach StBVV | Mittelgebühr | |
|---|---|---|
| EÜR (Tabelle B, Wert 80.000 €, volle Gebühr 353 €) | 177 bis 1.059 € | 618 € |
| Einkommensteuer (Tabelle A, Wert 60.000 €, volle Gebühr 1.399 €) | 140 bis 839 € | 490 € |
| Gewerbesteuer (Tabelle A, Wert 60.000 €, volle Gebühr 1.399 €) | 140 bis 839 € | 490 € |
| Umsatzsteuer-Jahreserklärung (Tabelle A, Wert 8.000 €, volle Gebühr 514 €) | 51 bis 411 € | 231 € |
| Summe pro Jahr | rund 510 bis 3.150 € | rund 1.830 € |
Gerundet, zuzüglich Auslagen und Umsatzsteuer. Nicht enthalten: laufende Buchhaltung, Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Beratung und Schriftverkehr mit dem Finanzamt.
Viele Kanzleien rechnen nicht einzeln ab, sondern mit einer Pauschale pro Monat. Das ist erlaubt: Eine höhere oder niedrigere Vergütung als die gesetzliche kann in Textform vereinbart werden (§ 4 StBVV). Lass dir dann schriftlich geben, was genau enthalten ist. Gute Nachricht zum Schluss: Die Kosten für den betrieblichen Teil sind Betriebsausgaben und senken deinen Gewinn.
1.7.2025
letzte Anhebung der Gebühren nach StBVV
≈ 1.830 €
Mittelgebühr pro Jahr im Beispiel mit 80.000 € Umsatz, ohne Buchhaltung
100 %
des betrieblichen Anteils als Betriebsausgabe absetzbar
So findest du einen guten.
„Steuerberater“ ist ein geschützter Titel. Ob jemand zugelassen ist, kannst du im Steuerberaterverzeichnis der Bundessteuerberaterkammer prüfen. Fachlich können alle Steuerberater deine Erklärung machen. Den Unterschied macht die Branchenerfahrung. Stell im Erstgespräch diese Fragen:
- Wie viele Creator betreut ihr? Wer schon Influencer im Mandat hat, kennt Barter-Deals, Pressereisen und Plattform-Auszahlungen.
- Wie behandelt ihr PR-Pakete und Produkte gegen Content? Die Antwort sollte Einkommensteuer und Umsatzsteuer trennen. Hintergrund unter PR-Pakete & Geschenke versteuern.
- Was passiert mit Brands im Ausland? Reverse Charge und Zusammenfassende Meldung müssen ohne Zögern kommen.
- Wie läuft die Zusammenarbeit? Digitale Belegübergabe, feste Ansprechperson, Reaktionszeit.
- Was kostet es, und was ist drin? Pauschale oder Abrechnung nach StBVV, schriftlich.
- Erinnert ihr an Vorauszahlungen und Rücklagen? Ein guter Berater sagt dir vor dem Bescheid, was kommt.
Unser Rat: Nimm nicht den günstigsten, sondern den, der bei der Frage nach Pressereisen nicht nachschlagen muss. Ein Berater ohne Social-Media-Erfahrung kann solide arbeiten, aber er lernt auf deine Kosten.
Warnsignale.
- Keine schriftliche Vereinbarung über Leistungen und Kosten.
- „Kleidung setzen wir einfach mal an.“ Wer Steuern zu aggressiv kleinrechnet, macht es sich leicht. Das Risiko bei einer Prüfung trägst am Ende du.
- Keine Rückfragen zu Barter-Deals und Reisen. Dann fehlen sie wahrscheinlich in der Erklärung.
- Unklare Zuständigkeit, wechselnde Ansprechpartner, wochenlange Funkstille.
So sparst du beim Berater Geld.
Der größte Kostentreiber ist nicht die Gebührenordnung, sondern Chaos. Je mehr dein Berater suchen, nachfragen und sortieren muss, desto höher liegt er im Gebührenrahmen. Mit diesen Punkten bist du ein Mandant, den jede Kanzlei gern hat:
- Ein eigenes Geschäftskonto, auf dem nur Business läuft.
- Alle Belege digital, am besten monatlich hochgeladen statt einmal im Jahr im Schuhkarton.
- Eine Liste aller Barter-Deals und PR-Pakete mit Datum, Brand und Wert.
- Verträge und Rechnungen zu jeder Kooperation an einem Ort.
- Ein Reisetagebuch für jede Reise mit beruflichem Anteil.
Unsere Erfahrung aus über 2.500 Kooperationen: Die meisten offenen Fragen beim Steuerberater entstehen nicht bei der Steuer, sondern davor, bei unklaren Verträgen und fehlenden Rechnungen. Wer das im Griff hat, zahlt weniger und bekommt bessere Beratung, weil die Zeit in die echten Fragen fließt.
Und eine Buchhaltungs-App? Sie ersetzt die Belegablage und spart dem Berater Arbeit. Sie ersetzt aber keine Beratung zu Barter-Deals, Reisen und Brands im Ausland. Für die meisten Creator ist die Kombination aus beidem am günstigsten.
Welche Daten das Finanzamt ohnehin von Plattformen bekommt, erklären wir unter Was Plattformen ans Finanzamt melden. Was du überhaupt absetzen kannst, steht unter Was kann ich als Influencer absetzen?
Wir machen deinen Steuerberater glücklich.
Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung. Regeln ändern sich und jeder Fall ist anders. Kläre deine konkrete Situation bitte mit einer Fachperson.
Du bist Journalist:in und suchst eine Expertenstimme zu diesem Thema? Interviews mit Mediafive CEO Andreas Ongemach
Häufige Fragen.
Was kostet ein Steuerberater für Influencer?
Das hängt von Umsatz, Gewinn und Leistungsumfang ab. Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) gibt Rahmen vor. Für Gewinnermittlung, Einkommensteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung bei 80.000 Euro Umsatz und 60.000 Euro Gewinn liegt die Mittelgebühr bei rund 1.830 Euro netto im Jahr, die Spanne reicht von etwa 510 bis 3.150 Euro. Laufende Buchhaltung und Voranmeldungen kommen dazu.
Ab wann lohnt sich ein Steuerberater als Influencer?
Spätestens wenn regelmäßig Deals kommen, du Gewerbesteuer zahlst, Brands im Ausland hast oder über die Kleinunternehmergrenze kommst. Dann sind die Fehlerkosten meist höher als das Honorar. Die Kosten setzt du als Betriebsausgabe ab.
Darf mich ein Lohnsteuerhilfeverein als Influencer beraten?
In der Regel nicht. Hat ein Mitglied Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit oder umsatzsteuerpflichtige Umsätze, darf ein Lohnsteuerhilfeverein grundsätzlich gar nicht helfen (§ 4 StBerG). Als gewerblicher Creator brauchst du einen Steuerberater.
Kann ich Steuerberaterkosten absetzen?
Ja, soweit sie dein Business betreffen, zum Beispiel Buchhaltung, Gewinnermittlung, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung. Das sind Betriebsausgaben. Der Anteil für rein private Themen ist nicht absetzbar.
Darf ein Steuerberater einen Pauschalpreis verlangen?
Ja. Ihr könnt in Textform eine Vergütung vereinbaren, die höher oder niedriger als die gesetzliche ist (§ 4 StBVV). Viele Kanzleien arbeiten mit Monatspauschalen. Lass dir genau aufschreiben, welche Leistungen enthalten sind.
Wir holen die Deals zu dir.
Erzähl uns kurz von dir. Einer von uns meldet sich persönlich bei dir.
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