Wissen · Steuern & Finanzen

Lohnt sich eine GmbH für dich?

Ab einem gewissen Umsatz fragt fast jeder Creator nach der GmbH. Die ehrliche Antwort: Sie spart nur Steuern auf das Geld, das du nicht ausgibst. Hier ist die Rechnung, die du vorher kennen solltest.

Du willst mehr Brand-Deals? Bewirb dich bei Mediafive

~30 %

Steuern auf Gewinne, die in der GmbH bleiben (Hebesatz 400 %)

bis 47,5 %

Grenzsteuersatz Einkommensteuer plus Soli für Einzelunternehmer

25.000 €

Stammkapital einer GmbH, mindestens die Hälfte bei Gründung

Der Unterschied in einem Satz.

Als Einzelunternehmerin zahlst du auf deinen gesamten Gewinn Einkommensteuer, egal ob du ihn ausgibst oder sparst. Eine GmbH zahlt auf ihren Gewinn rund 30 Prozent. Erst wenn sie Geld an dich ausschüttet, wird noch einmal Steuer fällig.

So viel Steuern zahlst du jeweils.

Einzelunternehmen.

2026 bleiben 12.348 Euro steuerfrei. Danach steigt der Steuersatz an, ab 69.879 Euro zu versteuerndem Einkommen zahlst du auf jeden weiteren Euro 42 Prozent, ab 277.826 Euro 45 Prozent. Dazu kommt bei höheren Einkommen der Solidaritätszuschlag. Die Gewerbesteuer wird dir bei üblichen Hebesätzen größtenteils auf die Einkommensteuer angerechnet, und du hast einen Freibetrag von 24.500 Euro.

GmbH.

Die GmbH zahlt 15 Prozent Körperschaftsteuer plus Soli, also 15,825 Prozent. Dazu kommt die Gewerbesteuer ohne Freibetrag, bei einem Hebesatz von 400 Prozent sind das 14 Prozent. Zusammen rund 30 Prozent. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise um einen Prozentpunkt pro Jahr, bis sie 2032 bei 10 Prozent liegt.

Schüttet die GmbH Gewinne an dich aus, zahlst du darauf Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli, also 26,375 Prozent, gegebenenfalls plus Kirchensteuer. Auf den gesamten Weg gerechnet landest du dann bei rund 48 Prozent. Das ist mehr als beim Einzelunternehmen.

Ein Rechenbeispiel.

Stark vereinfacht, ohne Kirchensteuer, Sozialversicherung und Gründungskosten, Hebesatz 400 Prozent: Du machst 150.000 Euro Gewinn und brauchst 70.000 Euro im Jahr zum Leben.

EinzelunternehmenGmbH
Gewinn150.000 €150.000 €, davon 70.000 € Geschäftsführergehalt an dich
Steuern heuterund 53.500 € Einkommensteuer, Soli und Gewerbesteuerrund 17.700 € auf dein Gehalt plus 23.900 € auf 80.000 € Gewinn in der GmbH
Summe heuterund 53.500 €rund 41.600 €
Wenn alles ausgeschüttet wirdkeine weitere Steuernoch einmal rund 14.800 € Abgeltungsteuer, Summe rund 56.400 €

Die GmbH spart dir also rund 12.000 Euro, aber nur, solange die 56.000 Euro nach Steuern in der GmbH bleiben. Holst du sie dir später privat, zahlst du am Ende etwas mehr als im Einzelunternehmen. Der Vorteil ist ein Steueraufschub, kein Geschenk. Er lohnt sich, wenn du das Geld in der Firma arbeiten lässt: für Equipment, ein Team, eigene Produkte oder Rücklagen für schwächere Jahre.

Was eine GmbH kostet.

Dein Gehalt als Geschäftsführerin.

In der GmbH bist du nicht mehr Unternehmerin, sondern Gesellschafterin und meist auch Geschäftsführerin. Dein Gehalt ist für die GmbH eine Betriebsausgabe und wird bei dir ganz normal mit Einkommensteuer belastet. Genau dieses Zusammenspiel macht die GmbH steuerlich interessant: So viel Gehalt wie du zum Leben brauchst, den Rest lässt du in der Firma. Das Gehalt muss angemessen sein und vorher vertraglich feststehen. Hältst du mindestens die Hälfte der Anteile, bist du als Geschäftsführerin in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig und kümmerst dich selbst um Kranken- und Altersvorsorge.

Die UG als Einstieg.

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) gründest du ab 1 Euro Stammkapital. Steuerlich gilt dasselbe wie bei der GmbH. Der Haken: Ein Viertel des Jahresüberschusses muss in eine Rücklage. Diese Pflicht endet erst, wenn du das Stammkapital auf mindestens 25.000 Euro erhöhst, dafür kannst du die Rücklage verwenden. Dann ist aus der UG eine normale GmbH geworden. Für Creator, die schnell wachsen, ist das ein sinnvoller Zwischenschritt.

Holding: erst später.

Bei einer Holding gehört deine operative GmbH einer zweiten GmbH. Gewinne, die von unten nach oben fließen, sind dort weitgehend steuerfrei. Das lohnt sich, wenn du große Summen wieder investieren willst, etwa in Immobilien oder Beteiligungen. Für die erste Firma ist es meist zu früh.

Ab wann es sich lohnt.

Viele Steuerberater nennen als grobe Orientierung einen Gewinn ab etwa 80.000 bis 100.000 Euro im Jahr. Die Zahl allein entscheidet aber nicht. Drei Fragen sind wichtiger: Bleibt ein spürbarer Teil des Gewinns dauerhaft in der Firma? Sind deine Einnahmen stabil genug, dass sich der Mehraufwand jedes Jahr rechnet? Und willst du die Haftung von deinem Privatvermögen trennen?

Unser Rat: Gründe keine GmbH wegen eines einzigen starken Jahres. Creator-Umsätze schwanken. Wer im Rekordjahr gründet und im nächsten Jahr die Hälfte verdient, sitzt auf Fixkosten und braucht trotzdem ein Gehalt. Erst die Rücklagen, dann die Rechtsform.

Was die Brands davon merken.

Wenig. Verträge und Rechnungen laufen dann über die GmbH statt über dich persönlich. Prüfe bei bestehenden Rahmenverträgen, ob sie auf die neue Firma übertragen werden müssen. Ein Nebeneffekt: Zahlt eine Brand an eine GmbH, fällt dafür in der Regel keine Künstlersozialabgabe an. Dafür kann deine GmbH auf dein eigenes Geschäftsführergehalt abgabepflichtig werden. Mehr zur KSK unter Künstlersozialkasse für Influencer, zur Umsatzsteuer unter Umsatzsteuer für Influencer.

Wir bei Mediafive sehen das so: Die GmbH ist ein Werkzeug für Creator, die schon ein Business sind. Sie macht dich nicht dazu. Wer seine Rechnungen, Verträge und Rücklagen heute nicht im Griff hat, bekommt mit einer GmbH nur mehr Papier. Wer sie im Griff hat, kann mit der GmbH richtig Geld sparen. Wie du saubere Rechnungen schreibst, steht unter Rechnung schreiben als Influencer.

Egal welche Rechtsform: Wir kümmern uns um die Deals.

Bei Mediafive verhandeln wir Honorare und Nutzungsrechte, setzen Verträge auf und stellen die Rechnungen, auf deinen Namen oder auf deine GmbH. Seit 2023 haben wir so über 8 Mio. Euro für Creator:innen verhandelt.

Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung. Regeln ändern sich und jeder Fall ist anders. Kläre deine konkrete Situation bitte mit einer Fachperson.

Du bist Journalist:in und suchst eine Expertenstimme zu diesem Thema? Interviews mit Mediafive CEO Andreas Ongemach

Häufige Fragen.

Ab welchem Gewinn lohnt sich eine GmbH für Influencer?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Viele Steuerberater nennen als grobe Orientierung einen Gewinn ab etwa 80.000 bis 100.000 Euro im Jahr. Entscheidend ist aber, wie viel du davon dauerhaft in der GmbH lassen kannst. Wer alles privat braucht, spart mit einer GmbH in der Regel nichts.

Wie viel Steuern zahlt eine GmbH?

Körperschaftsteuer von 15 Prozent plus Solidaritätszuschlag ergeben 15,825 Prozent. Dazu kommt die Gewerbesteuer, die vom Hebesatz der Gemeinde abhängt. Bei einem Hebesatz von 400 Prozent sind das 14 Prozent, zusammen also rund 30 Prozent.

Was kostet die Gründung einer GmbH?

Du brauchst 25.000 Euro Stammkapital, von denen bei Gründung mindestens 12.500 Euro eingezahlt sein müssen. Dazu kommen Notar und Handelsregister. Laufend teurer sind Bilanz, Jahresabschluss und Steuerberatung, die bei einer GmbH deutlich aufwendiger sind als bei einem Einzelunternehmen.

Ist eine UG eine gute Alternative?

Für den Start ja, wenn das Kapital fehlt. Eine UG kannst du ab 1 Euro gründen. Steuerlich wird sie wie eine GmbH behandelt. Sie muss aber jedes Jahr ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine Rücklage stellen, bis das Stammkapital auf mindestens 25.000 Euro erhöht ist.

Brauche ich als Influencer eine Holding?

Erst, wenn in der GmbH hohe Gewinne anfallen, die du wieder investieren statt privat ausgeben willst. Gewinnausschüttungen an eine Holding-GmbH sind weitgehend steuerfrei. Für die meisten Creator ist das der zweite oder dritte Schritt, nicht der erste.

Wir holen die Deals zu dir.

Erzähl uns kurz von dir. Einer von uns meldet sich persönlich bei dir.

Jetzt bewerben