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Nebenbei Influencerin sein.

Die meisten Creator starten nicht als Vollzeit-Influencer, sondern neben Job, Studium oder Elternzeit. Das geht fast immer. Aber jede Lebenslage hat ihre eigene Grenze, und wer sie übersieht, zahlt später drauf.

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Erst die Basis: Gewerbe und Finanzamt.

Egal ob nebenbei oder hauptberuflich: Sobald du regelmäßig Geld oder Produkte für Content bekommst, bist du selbstständig. Du meldest in der Regel ein Gewerbe an und gibst dem Finanzamt Bescheid. Wie das läuft, steht unter Gewerbe anmelden als Influencer. Bis 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr und höchstens 100.000 Euro im laufenden Jahr kannst du Kleinunternehmerin sein und musst keine Umsatzsteuer ausweisen, Details unter Umsatzsteuer für Influencer.

Für Angestellte gibt es eine kleine Erleichterung bei der Einkommensteuer: Liegen deine Nebeneinkünfte im Jahr bei höchstens 410 Euro, bleiben sie steuerfrei. Bis 820 Euro werden sie ermäßigt besteuert. Alles darüber versteuerst du ganz normal zusammen mit deinem Gehalt.

Als Angestellte: Dein Arbeitgeber darf mitreden, aber nicht alles verbieten.

Eine Nebentätigkeit ist grundsätzlich erlaubt. Viele Arbeitsverträge verlangen aber, dass du sie vorher anzeigst oder genehmigen lässt. Verbieten darf dein Arbeitgeber sie nur, wenn er ein berechtigtes Interesse hat: Deine Arbeitskraft leidet, du arbeitest für die Konkurrenz oder du schadest seinem Ruf.

Der heikelste Punkt ist das Wettbewerbsverbot. Solange dein Arbeitsverhältnis läuft, darfst du deinem Arbeitgeber keine Konkurrenz machen. Arbeitest du bei einer Drogeriekette und bewirbst die Eigenmarke des Wettbewerbers, ist Ärger programmiert. Dazu kommen oft Social-Media-Richtlinien: keine Einblicke in interne Abläufe, kein Firmenlogo ohne Freigabe.

Bei der Krankenversicherung ändert sich zunächst nichts. Als Angestellte bist du über deinen Job pflichtversichert, und auf das Einkommen aus deiner Selbstständigkeit zahlst du keine Beiträge. Das kippt erst, wenn die Selbstständigkeit nach Zeit und Einkommen zu deiner Haupttätigkeit wird.

Wir bei Mediafive sehen das so: Sag es deinem Arbeitgeber früh und schriftlich, auch wenn dein Vertrag schweigt. Eine Nebentätigkeit, die einmal sauber angezeigt ist, lässt sich später schwer angreifen. Ein Kanal, den die Personalabteilung zufällig entdeckt, ist dagegen der schlechteste Start für jedes Gespräch.

Als Studentin: Die Familienversicherung kippt zuerst.

Bis 25 bist du meist über deine Eltern familienversichert. Das klappt 2026 nur, solange dein Gesamteinkommen bei höchstens 565 Euro im Monat liegt. Bei Creator-Einnahmen zählt der Gewinn, also Einnahmen minus Betriebsausgaben. Liegst du regelmäßig darüber, brauchst du eine eigene Versicherung. Die Krankenkasse schaut dabei auf das Jahr: 565 Euro mal 12 sind 6.780 Euro Gewinn.

Die bekannte 20-Stunden-Regel für Werkstudenten gilt für Jobs als Angestellte. Arbeitest du daneben selbstständig so viel, dass das Studium nicht mehr im Vordergrund steht, kann die Krankenkasse dich als hauptberuflich selbstständig einstufen. Dann zahlst du Beiträge wie eine Selbstständige.

Beim BAföG wird dein Gewinn ebenfalls angerechnet, und zwar auf den gesamten Bewilligungszeitraum verteilt. Vom Gewinn geht eine Pauschale für die soziale Sicherung ab, danach gilt ein Freibetrag. Ob am Ende etwas gekürzt wird, hängt von deinen Zahlen ab. Gib dem BAföG-Amt deine erwarteten Einnahmen vorab an und melde Änderungen. Sonst droht eine Rückforderung.

Unser Rat: Rechne in Jahren, nicht in Monaten. Ein einzelner Deal mit 3.000 Euro im Dezember sprengt keinen Monat, kann aber deinen Jahresgewinn über die Grenze heben.

In Elternzeit: 32 Stunden, aber nur mit Zustimmung.

In der Elternzeit darfst du bis zu 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt arbeiten. Für eine selbstständige Tätigkeit brauchst du die Zustimmung deines Arbeitgebers. Er darf nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, und das in Textform innerhalb von vier Wochen. Schweigt er, ist das ein gutes Zeichen, aber hol dir trotzdem eine klare Antwort.

Beim Elterngeld zählt jedes Honorar nach der Geburt. Das Elterngeld berechnet sich dann aus der Differenz zwischen deinem Einkommen vor und nach der Geburt. Verdienst du nebenbei regelmäßig, ist ElterngeldPlus oft die bessere Wahl. Wie das genau funktioniert, steht unter Elterngeld für Influencerinnen.

Mit Arbeitslosengeld: Die 15-Stunden-Grenze zählt jede Minute.

Du bleibst nur arbeitslos, solange alle Tätigkeiten zusammen weniger als 15 Stunden pro Woche umfassen. Dazu zählt nicht nur das Posten. Konzept, Dreh, Schnitt, Mails mit der Brand und Abstimmungsschleifen gehören alle dazu. Wer hier unterschätzt, riskiert den kompletten Anspruch.

Dein Einkommen wird angerechnet. Bei Selbstständigen zieht die Agentur für Arbeit pauschal 30 Prozent der Einnahmen als Betriebsausgaben ab, wenn du nicht höhere nachweist. Danach bleiben 165 Euro im Monat frei. Ein Beispiel ohne Steuern: Bekommst du in einem Monat 1.000 Euro für eine Story-Sequenz, bleiben nach Pauschale 700 Euro. Davon sind 165 Euro frei, 535 Euro werden vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Hast du die Selbstständigkeit schon vorher mindestens zwölf Monate neben deinem Job betrieben, kann ein höherer Freibetrag gelten. Ganz wichtig: Melde die Tätigkeit der Agentur für Arbeit, am besten bevor du loslegst. Meldest du sie nicht unverzüglich, verliert deine Arbeitslosmeldung ihre Wirkung.

Mit Bürgergeld: Seit Juli heißt es Grundsicherung.

Seit dem 1. Juli 2026 ist das Bürgergeld durch die neue Grundsicherung ersetzt, die Leistung heißt jetzt Grundsicherungsgeld. Bei den Freibeträgen für Erwerbseinkommen gilt laut Gesetz (Stand Oktober 2026) weiter die bekannte Staffel: Die ersten 100 Euro bleiben frei, von 100 bis 520 Euro 20 Prozent, von 520 bis 1.000 Euro 30 Prozent und darüber bis 1.200 Euro 10 Prozent. Mit Kind steigt die Obergrenze auf 1.500 Euro. Mehr als 348 Euro (ohne Kind) bzw. 378 Euro (mit Kind) bleiben über diese Freibeträge also in der Regel nicht übrig.

Als Selbstständige ermittelst du dein Einkommen aus Betriebseinnahmen minus notwendige Ausgaben. Das Jobcenter bewilligt meist vorläufig und rechnet am Ende des Zeitraums ab. Jede Einnahme musst du melden, auch wenn sie unregelmäßig kommt. Bewahre alle Belege auf, denn nur nachgewiesene Ausgaben senken das angerechnete Einkommen.

Die Grenze 2026Was du tun musst
AngestellteKeine feste Grenze, aber WettbewerbsverbotNebentätigkeit anzeigen, keine Konkurrenz bewerben
Studentin565 € Gewinn im Monat (Familienversicherung)Jahresgewinn planen, BAföG-Amt informieren
ElternzeitBis 32 WochenstundenZustimmung des Arbeitgebers holen, Einkommen der Elterngeldstelle melden
ArbeitslosengeldUnter 15 Wochenstunden, 165 € freiVor dem Start der Agentur für Arbeit melden
Grundsicherung100 € frei, darüber 20/30/10 %Jede Einnahme dem Jobcenter melden, Belege sammeln

Unsere Erfahrung: Nebenbei heißt nicht nebensächlich.

Unsere Erfahrung aus über 2.500 Kooperationen: Brands buchen keine Teilzeit-Creator, sie buchen Reichweite und Verlässlichkeit. Ein Reel mit 100.000 bis 250.000 Followern bringt bei unseren Talents typischerweise 4.700 bis 6.500 Euro. Bei solchen Summen ist die Frage nicht mehr, ob du die Grenzen oben überschreitest, sondern wann. Deshalb ist es klüger, früh sauber aufgestellt zu sein, als nach dem ersten großen Deal hektisch nachzumelden. Was Creator verdienen, zeigen wir unter Was verdienen Influencer?

Wir planen Deals um dein Leben herum.

Bei Mediafive verhandeln wir Honorar, Nutzungsrechte und Zeitplan mit der Brand. Wenn du neben Job oder Studium arbeitest, legen wir Drehs und Deadlines so, dass sie in deine Woche passen. Jeder Stand ist live in deiner Mediafive App.

Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Regeln ändern sich und jeder Fall ist anders. Kläre deine konkrete Situation bitte mit einer Fachperson.

Du bist Journalist:in und suchst eine Expertenstimme zu diesem Thema? Interviews mit Mediafive CEO Andreas Ongemach

Häufige Fragen.

Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich Influencerin bin?

Wenn dein Arbeitsvertrag eine Anzeigepflicht für Nebentätigkeiten enthält, ja. Aber auch ohne Klausel solltest du sie melden, sobald Interessen deines Arbeitgebers berührt sein können, etwa weil du in seiner Branche Werbung machst. Verbieten darf er die Nebentätigkeit nur, wenn er ein berechtigtes Interesse daran hat.

Wie viel darf ich als Studentin mit Instagram verdienen, ohne die Familienversicherung zu verlieren?

2026 liegt die Grenze bei 565 Euro Gesamteinkommen im Monat. Bei Selbstständigen zählt der Gewinn, nicht der Umsatz. Liegt dein Gewinn regelmäßig darüber, endet die Familienversicherung und du brauchst eine eigene Krankenversicherung.

Darf ich in der Elternzeit Kooperationen machen?

Ja, bis zu 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt. Für eine selbstständige Tätigkeit brauchst du die Zustimmung deines Arbeitgebers. Er kann nur aus dringenden betrieblichen Gründen und nur innerhalb von vier Wochen in Textform ablehnen. Dein Einkommen wird aufs Elterngeld angerechnet.

Darf ich mit Arbeitslosengeld Influencerin sein?

Ja, wenn du insgesamt weniger als 15 Stunden pro Woche dafür arbeitest und die Tätigkeit der Agentur für Arbeit sofort meldest. Von deinem Einkommen bleiben 165 Euro im Monat anrechnungsfrei, der Rest wird vom Arbeitslosengeld abgezogen.

Wird ein Kooperationshonorar aufs Bürgergeld angerechnet?

Ja. Auch in der neuen Grundsicherung zählt Einkommen aus Selbstständigkeit. Die ersten 100 Euro bleiben frei, darüber gestaffelt 20, 30 und 10 Prozent. Den Rest zieht das Jobcenter ab. Melden musst du jede Einnahme.

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